Gibt es Sex wirklich erst seit 1961 im Rechtschreibduden?

Hast du dich jemals gefragt, woher unser Umgang mit Wörtern über Sex kommt und warum manche Aussagen so kleben bleiben? Stell dir vor, du stöberst in einem Wörterbuch, das angeblich nie über Sexualität sprach – bis ein Datum das Bild verändert. Die provokante Frage lautet: gibt es sex wirklich erst seit 1961 im Rechtschreibduden?

Viele Mythen behaupten, die Sprache habe erst mit der Moderne begonnen, Sex aus Lexika zu verbannen oder doch erst später zu integrieren. In der Mythbusters-Manier schauen wir genauer hin: Was bedeutet dieses Datum tatsächlich, und welche Konsequenzen hat es für den Umgang mit Sprache, Lexikografie und Stil?

Wie kommt es zu der Behauptung?

Der Rechtschreibduden ist mehr als eine Rechtschreibhilfe: Er reflektiert Sprachgebrauch, Normen und Erwartungen einer Gesellschaft. Wenn von 1961 die Rede ist, geht es um eine bestimmte Ausgabe, um neue Schreibweisen, neue Wörter oder neue Erklärungen zu Begrifflichkeiten rund um Sexualität. Es geht also nicht darum, dass das Thema Sex plötzlich quasi aus dem Wörterbuch verschwindet – vielmehr um eine neue Abbildung im Einband, eine aktualisierte Einschätzung, wie man darüber schreibt und redet.

Die Aussage, erst seit 1961 gäbe es sex im rechtschreibduden, zielt darauf, dass frühe Fassungen zurückhaltender oder sogar tabuisiert waren. Doch der Duden ist kein statisches Archiv, sondern ein lebendiges Dokument der Sprache. Schon vorher gab es Termini, Umschreibungen und Phasen, in denen sexuelle Begriffe in Abhandlungen, Lexika oder Enzyklopädien vorkamen – oft in juristischen, medizinischen oder literarischen Kontexten.

Was bedeutet das Datum konkret?

Es ist wichtig, Datum und Kontext auseinanderzuhalten. Erst seit 1961 gibt es sex im rechtschreibduden bedeutet nicht, dass das Thema zuvor nie vorkam. Vielmehr: Die Duden-Redaktion legte fest, wie die Schreibweisen standardisiert werden, und entschied, welche Begriffe in einem bestimmten Stilregister erscheinen dürfen. In einigen Fällen wurden Begrifflichkeiten erstmals beschrieben oder normalisiert, in anderen wurden Erklärungen erweitert. Das Datum markiert damit eine Zäsur in der Art, wie sachlich und neutral über Sexualität geschrieben wird.

Aus sprachhistorischer Sicht zeigt sich: Die Integration sexueller Begriffe in Nachschlagewerke folgt gesellschaftlichen Veränderungen. Während in früheren Jahren eine Neugierde existierte, wuchsen mit Aufklärung, Medienkritik und Bildungszugang auch die Erwartungen an eine präzise, klare und dennoch sensible Sprache. Die 1960er Jahre brachten im deutschen Sprachraum eine Wende, die auch die Lexika-Journalistik beeinflusste.

Unterkapitel: Sprache, Sex und Wirkungsweisen

Um Mythen zu entlarven, lohnt sich eine differenzierte Perspektive. Wir schauen auf drei Ebenen: Lexikalische Praxis, Redeverhalten und Relevanz im Alltag.

Lexikalische Praxis

Lexikalisch betrachtet geht es nicht um eine plakative Einführung von Begriffen, sondern um die Frage, wie eine Sprache respektvoll beschrieben. Die Redakteure prüfen, welche Wörter neutral, informativ oder wertend wirken. Die Annahme, dass Sex erst 1961 ins Duden-Universum aufgenommen wurde, verkennt, dass bereits vorher Oberbegriffe, Umschreibungen oder Fachtermini Eingang fanden – z. B. in medizinischen oder juristischen Artikeln.

Im Laufe der Jahrzehnte verschob sich der Ton: Von streng beschreibenden bis hin zu nuancierten Erklärungen, die Kontext geben. Die Duden-Redaktion hat damit Erwartungen erfüllt, statt tabu zu setzen – und das Stichwort bleibt: Klarheit statt Scham.

Redeverhalten im Alltag

Wie wir sprechen, beeinflusst, wie wir schreiben. Ein Dictionary versucht, verlässliche Normen zu liefern. Wenn 1961 eine Veränderung zeigt, dann auch, dass Umgangsformen in Texten weiterentwickelt wurden. Leserinnen und Leser erwarten Präzision; sie wollen nicht in Mehrdeutigkeiten stecken bleiben. Daraus folgt: Die Frage ist weniger, ob ein Begriff existiert, sondern wie transparent er erklärt wird.

Der Mythos, der sich um das Datum rankt, kann zu einer Übertreibung führen: Man glaubt, Wörter würden plötzlich anders, wenn ein Kapitel umblättert. In Wahrheit ist es der Wandel in der Schreibpraxis, der Sprache lebendig macht.

Checkliste: Umgang mit sensiblen Themen im Lexikon

  • Präzision statt Prunk: klare Definitionen und sachliche Erklärungen nutzen.
  • Kontext beachten: Begriffe in ihrem jeweiligen Fachzusammenhang erklären.
  • Ton beachten: neutrale, respektvolle Sprache bevorzugen.

Abschluss: Mythos und Realität

Der Satz erst seit 1961 gibt es sex im rechtschreibduden ist eine pointierte Feststellung, die auf eine Entwicklung hinweist, nicht aber auf eine abrupt neue Gegenwart. Sprache spiegelt gesellschaftliche Grenzziehungen, Debatten und Lernprozesse wider. Wer sich heute mit Rechtschreibung beschäftigt, sollte die Entwicklung inhaltlich verstehen statt einfache Zuschreibungen zu akzeptieren.

Wir bleiben bei der Kernfrage: Ja, seit dem Datum hat sich im Duden einiges verändert – nicht in der Existenz des Themas, sondern in der Art seiner Darstellung. Das macht deutlich, wie Lexika arbeiten: Sie dokumentieren Wandel, nicht Geschichten der Scham.

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