Als ich in der 38. SSW war, hörte ich plötzlich Geräusche aus dem Nachbarzimmer – und hätte schwören können, dass selbst ein harter Wind die Tür öffnet. Stattdessen entschied ich mich, Ruhe zu suchen, um über eine einfache Frage nachzudenken: Ist Sex in der 38. SSW noch sinnvoll?
Die Antwort ist oft ja, aber sie kommt mit Bedacht. In dieser Phase nähert sich die Geburt, der Körper verändert sich stark, und viele Paarbeziehungen geraten unter Druck. Eine sachliche Herangehensweise hilft, Unsicherheit abzubauen. Dieser Text bietet eine strukturierte Orientierung – praktisch, nicht moralisierend.
Wie sich Sex in der 38. SSW anfühlen kann
In der Endphase der Schwangerschaft verändern Hormone, Hautempfindungen und der Schwerpunkt. Schmerzen, Atemnot oder Verspannungen können auftreten, doch es gibt auch Momente der Nähe. Für viele Paare entsteht eine offene Kommunikation über Bedürfnisse und Grenzen.
Beispiele aus der Praxis: Ein längeres Vorspiel, sanfte Positionswechsel, Entspannungsübungen vor dem Geschlechtsverkehr. Manche Frauen berichten über ein verändertes Libidogefühl, andere fühlen sich müde und wünschen mehr Nähe ohne Sex. Beide Erfahrungen sind normal und legitim.
Wichtige Sicherheits- und Wohlfühlkriterien
Die Gesundheit der Mutter und des ungeborenen Kindes steht an erster Stelle. Nicht jede Schwangere ist sexuell aktiv, und das ist völlig okay. Wenn es aber kein medizinisches Hindernis gibt, kann Sex in der 38. SSW erfolgen – mit bewusster Vorbereitung.
Worauf achten? Leichte Erschöpfung ist normal, weshalb sanfte Stimulation, Pausen und ausreichend Luft wichtig sind. Vermeiden Sie belastende Positionen, die Rücken- oder Bauchdruck erzeugen. Bei Griff- oder Gleichgewichtsproblemen helfen Kissen, Stühle als Stütze oder die Seitenlage.
Welche Risiken und Anzeichen sollten gemindert werden?
Bei Anzeichen wie starken Blutungen, ungeklärtem Fruchtwasserabgang, starkem Verlust der Beweglichkeit des Mutterschaftsgefühls oder Wehenzeichen, sollte man ärztlichen Rat suchen. In vielen Fällen treten jedoch keine Komplikationen auf, und Sex bleibt eine persönliche Entscheidung.
Kommunikation ist hier das Schlüsselwerkzeug. Paare sollten offen über Schmerzen, Unwohlsein oder Angst reden. So kann man gemeinsam eine Lösung finden, die sich gut anfühlt – auch wenn der Alltag durch Babyvorbereitungen dominiert wird.
Praktische Tipps für Nähe und Intimität
In der Praxis bedeutet Nähe oft mehr als Aktivität. Kleine Rituale, die Nähe vermitteln, stärken das Gefühl von Zusammenhalt. Eine gezielte Vorbereitung erleichtert Sex in der 38. SSW.
- Gemeinsames Entspannen vor dem Kontakt: Wärme, ruhige Musik, Atemübungen.
- Langsames Tempo, Pausen einplanen und auf jede Reaktion des Körpers hören.
- Alternative Berührungen: leichte Massagen, Küsse, Umarmungen – auch ohne vollständigen Geschlechtsakt.
- Seitenlage oder Hocke mit Stütze – Bequemlichkeit vor Druck.
Was Partner beachten sollten
Eine Schwangerschaft verändert oft die Dynamik zwischen zwei Menschen. Der Partner kann durch Verständnis viel zum Wohlbefinden beitragen. Respektieren Sie die Bedürfnisse Ihrer Partnerin, prüfen Sie regelmäßig den Zustand und passen Sie Erwartungen an.
Es ist hilfreich, gemeinsam einen Plan zu erstellen: Welche Positionen funktionieren? Welche Pausen braucht man? Wie kommuniziert man unaufgeregt? So bleibt Nähe möglich, auch wenn der Alltag durch Kliniktermine, Wickel- und Schlafrhythmen geprägt ist.
Abschluss/Fazit
Sex in der 38. SSW ist nicht automatisch tabu, sondern eine individuelle Entscheidung, die von Sicherheit, Komfort und Kommunikation abhängt. Wenn beide Partnerinnen und Partner sich dabei wohlfühlen, kann Nähe auch in dieser Phase stärktend wirken – als Vorbereitung auf das, was kommt, und als Ausdruck von Zuwendung füreinander.
Erinnern Sie sich: Jeder Körper reagiert anders. Hören Sie auf Ihre Signale, suchen Sie Ärztinnen oder Ärzte auf, wenn Unsicherheit besteht, und gehen Sie behutsam vor. Die Verbindung zueinander kann in dieser Zeit eine Quelle der Ruhe und Unterstützung sein.