Viele Paare gehen in der späten Schwangerschaft davon aus, dass Sex in der 37 SSW gefährlich sein könnte. Zugleich gibt es Stimmen, die Entwarnung geben und auf normale Nähe hinweisen. Dieser Artikel geht verschiedenen Standpunkten nach, vergleicht Risiken mit Nutzen und gibt klare Orientierungshilfen für Paare, die sich mit der Frage beschäftigen, wie sicher sexuelle Aktivität in dieser Phase ist.
Zunächst ein häufiges Missverständnis: Es wird oft angenommen, dass ab dem siebten Schwangerschaftsmonat automatisch Komplikationen auftreten. In Wahrheit hängt Vieles von der individuellen Entwicklung der Schwangerschaft, von Befunden des behandelnden Arztes oder der Hebamme und von der Art der sexuellen Aktivität ab. Wir betrachten daher unterschiedliche Perspektiven – medizinische, emotionale und praktische – und nennen konkrete Kriterien, wann Nähe sinnvoll ist und wann lieber nicht.
Medizinische Perspektive: Was macht die 37. SSW sensibel?
Experten betonen, dass in der 37. SSW die Gebärmutter bereits sehr nahe an der Geburt steht. Das erhöht theoretisch das Risiko von Wehen oder einer Frühgeburt, doch konkrete Studien zeigen, dass Sex nicht automatisch zu Komplikationen führt, solange keine Risikoschwangerschaft vorliegt. Einzelnachweise aus der Praxis: Bei normalen Verläufen ohne Geburtsanzeichen zeigen sich oft keine gravierenden Probleme, wenn beide Partner einvernehmlich handeln und auf Warnsignale achten.
Wichtige Hinweise aus dem medizinischen Alltag sind:
- Bei vorliegenden Blutungen, Fruchtwasserausfluss oder Wehen sollte der Kontakt mit dem Gynäkologen erfolgen.
- Bei Plazentainsuffizienz, Mehrlingsschwangerschaft oder ungewöhnliche Beschwerden ist Abstand sinnvoll.
- Schmierblutungen oder starker Druck am Unterbauch können ein Warnzeichen darstellen und eine ärztliche Abklärung erfordern.
Emotionale Perspektive: Nähe, Nähe-Wunsch und Sicherheit
Neben der körperlichen Komponente spielt der emotionale Zustand eine große Rolle. Viele Paare berichten, dass sexuelle Nähe in der späten Schwangerschaft nicht automatisch weniger erfüllend ist, sondern sich der Fokus verschiebt: Statt Reizbarkeit geht es oft um Nähe, Berührung und Geborgenheit. Für manche fühlt sich Sex in der 37 SSW sogar leichter an, weil der Druck des Alltags nachlässt und das gemeinsame Erlebnis in den Mittelpunkt rückt.
Andere reagieren sensibler auf Berührungen oder erleben Angst, das Unbehagen des Partners oder der Partnerin zu spüren. In solchen Fällen kann offene Kommunikation helfen: Welche Art der Nähe ist angenehm? Welche Positionen sind bequemer? Welche Signale zeigen, dass der Körper sich überfordert fühlt? Wir empfehlen eine respektvolle Absprache und, falls nötig, eine Pause, ohne dabei das gemeinsame Mese zu beeinträchtigen.
Praktische Orientierung: sichere Nähe – passende Formen der Intimität
Wenn der Arzt oder die Hebamme keine Risikosituation feststellt, gibt es oft mehrere sichere Optionen. Die Wahl der Lage, die Intensität der Stimulation und eventuelle Grenzen sollten gemeinsam festgelegt werden. Für viele Paare bietet sich sanfte Berührung, Küsse, Zärtlichkeiten oder Gespräche an, bevor es zu körperlicher Nähe kommt. Das gilt besonders, wenn sich ein Druckgefühl oder Unbehagen bemerkbar macht.
Eine persönliche Empfehlung lautet: Probieren Sie achtsame Nähe in einem ruhigen Umfeld, ohne Stress. Nehmen Sie sich Zeit, um zu prüfen, wie sich beide Partner fühlen, und verzichten Sie bei Anzeichen von Unwohlsein darauf. In dieser Phase kann eine kurzfristige Beendigung der Aktivität sinnvoll sein, um Sicherheit zu wahren.
Was tun, wenn Unsicherheit besteht?
Bei Unsicherheit helfen klare Signale, ein Abwägen von Risiken und Nutzen sowie der Austausch mit dem betreuenden Arzt. Die Kommunikation mit dem Partner kann helfen, Ängste abzubauen und zu einer gemeinsamen Entscheidung zu gelangen. Wenn Sie sich unsicher fühlen, notieren Sie sich Ihre Fragen und besprechen Sie diese bei einem Termin – so treffen Sie informierte Entscheidungen statt spontane Handlungen, die hinterher bereuen könnten.
- Dos: kommunizieren, auf Warnsignale achten, ärztliche Abklärung bei Unsicherheit suchen, bequeme Positionen wählen.
- Don'ts: keine riskanten Positionen erzwingen, bei Beschwerden sofort pausieren, keine Gewalt anwenden.
Fazit: Sex in der 37. SSW – ja oder nein?
Zusammengefasst hängt die Beurteilung stark von individuellen Befunden ab. Generell kann sex in der 37 ssw gefährlich sein, wenn Risikofaktoren vorliegen oder Warnzeichen auftreten. Andernfalls ist eine einvernehmliche, vorsichtige Nähe oft unproblematisch – vorausgesetzt, alle Beteiligten fühlen sich sicher und wohl. Wichtig bleibt die Abstimmung mit der betreuenden Fachperson und die Bereitschaft zur Anpassung der Aktivitäten, sobald Beschwerden auftreten.
In der Praxis bedeutet das:eine offene Kommunikation, individuelle Beurteilung der Risiken und ein achtsamer Umgang miteinander. So finden Paare den richtigen Weg, Nähe zu erleben, ohne die Geburt zu gefährden oder die Sicherheit der Mutter zu kompromittieren.